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Wunderschöner Wald

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Da ich mich durch Corona mehr mit der Natur auseinander setze, reflektiere ich jetzt auch gesehenes. Das hätte ich vor kurzem in der Art nicht gemacht.
Das Bild oben ist in einem niedersächsischem Landesforst entstanden.
Die niedersächsischen Landesforsten haben das LÖWE-Programm ins Leben gerufen. Langfristige ökologische Waldentwicklung.
Der Grundsatz Nummer 13 lautet: "Ökologisch verträglicher Einsatz der Forsttechnik".
Ein Zitat aus dem PDF "das_LOeWE_Programm" Seite 30: "Ihr Einsatz muss besonders den Bodenschutz und die vielfältigen Strukturen des Waldes im Auge haben."
Jupp, sieht man sehr gut. Diese Fläche ist völlig verwüstet. Der Fahrer vom Holzvollernter ist ohne Sinn und Verstand kreuz und quer gefahren. Teilweise hat er sich beim Versuch über Hügel zu fahren festgefahren und musste zurücksetzen. Dabei wurden Bäume, die nicht gefällt werden sollten, stark beschädigt.

Gern würde ich auch zum Grundsatz Nummer 12 "Ökosystemverträgliche Wildbewirtschaftung" ein Bild einstellen. Da weiß ich aber nicht, ob Reinhard das gut findet...

Ich kann Interessierten das Buch "Der Wald" von Peter Wohlleben sehr empfehlen.

Bild des Benutzers Fischerkogel

Der Titel ist offenscihtlich sehr ironisch zu verstehen.
Die wahre "Hässlichkeit" ist gut eingefangen.
(Wenn ich etwas bei Wäldern generell nicht mag, so sind es diese "Stangenäcker". In meiner Gegend haben wir die schönen und gleichzeitig ökologisch sinnvollen Mischwälder.)
Gruß
Lutz

Bild des Benutzers JulianS

Ja, na klar ist der Titel ironisch ;)

Sind Mischwälder ökologisch sinnvoll? Die "Plantagenmischwälder" häufig nicht so ganz. Da wurde das Saatgut schon so manipuliert, dass die Bäume schön gerade werden, damit sie auch in Sägewerken gut verarbeitet werden können. Achte mal drauf. Die meisten Stämme sind sehr gerade, dass ist nicht natürlich, weil sie so viel anfälliger gegen Sturm werden. Wenn man drauf achtet, sieht man auch die abgebrochenen Bäume im Wald. Bei Bäumen, die in Baumschulen gezüchtet werden, werden meistens die Wurzelspitzen abgeschnitten. Die wachsen nicht mehr nach. Somit kann er sich nicht mehr so tief verwurzeln. Umgekippte Baume sieht man auch viel in Wäldern. Natürlich sind solche Wälder trotzdem viel besser als bspw. Fichten Monokulturen!

Ich habe mich über die Waldzerstörung in Deutschland mit einem aktiven NABU Mitglied unterhalten. Er meinte, dass das doch alles egal ist und wir nur den Regenwald schützen müssen.
Das sehe ich anders! Wie können wir Europäer uns anmaßen anderen vorzuschreiben, wie sie mit ihrem Eigentum umgehen, wenn wir es nicht besser machen? Natürlich ist es schlimm, was zum Beispiel gerade in Brasilien passiert! Da wird einfach so die Naturschutzbehörde entmachtet, weil der Präsident eng mit der Holzlobby verbunden ist. Aber da kann ich leider gar keinen Einfluss nehmen. Bei uns in Deutschland kann ich das. Auch wenn ich nur Bilder mache und die Bilder dann zeige. Da erreiche ich den Einen oder Anderen und der Sekundärwald (Primärwald gibt es leider nur noch im Promillebereich), der bei uns wächst wird etwas mehr geschützt und trägt ein kleines bisschen zur Verbesserung des Klimas und der Biodiversität bei.

Früher, als Baum-Monokulturen angelegt wurden, wusste man es vielleicht nicht besser. Aber jetzt und auch schon vor 40 Jahren wusste man es besser. Nur ist der Wunsch mit wenig Arbeit viel Geld zu verdienen größer, als nachhaltiges Bewirtschaften. Und Wälder komplett anders zu nutzen. Bspw. könnte man "ordentliche" Wälder einfach stehen lassen und nichts damit machen, außer ein paar Wege rein. Dann als "Freizeitpark" und mit Workshops und so Geld damit verdienen. Aber da man ja noch nicht einmal das Jagen in eigenen (sic) Wäldern einfach so verbieten kann (Lest mal ein bisschen im Jagtrecht!) wäre das für die Besucher teilweise lebensgefährlich.
Natürlich "braucht" man auch Holz. Aber so viel? Könnte man nicht auch mal das Konsumverhalten ändern? Einfach mal kein neues Billy-Regal kaufen, nur weil die Farbe nicht mehr gefällt? Müssen Industriebetriebe so viele Einwegpaletten / -kisten nutzen? Muss man einen Kamin haben, einfach weil es so schön ist (ja, die Nutzung von kleinen Kaminöfen, die zusätzlich zur normalen Heizung genutzt werden machen viel aus)?
Und das Heizen mit Holz ist so, wie es jetzt betrieben wird, nicht Klimaneutral.
Was bei der Holzernte auch alles noch mit dranhängt, was direkt nichts mit dem Klima zu tun hat. Kettensägen müssen geschmiert werden. Da gibt es tolle Öle, die angeblich für die Natur unbedenklich sind. Wer kontrolliert es? Die Brennholzselbstwerber halten sich wohl meistens dran. Für die ist das Spaß. Männlich. In. Und gut für die Natur. Sooo nachhaltig. Das darf auch was kosten. Die gewerblichen Forstbetriebe nehmen gern Altöl. Das ist billig und man sieht es doch gar nicht... Lohnfäller werden häufig nach Akkord bezahlt, also nach Stückzahl. Da fällt auch mal ein falscher Baum, wenn er im Weg steht. Von der Verwüstung, die Holzvollerntemaschinen anrichten können, könnte ich noch viel mehr schreiben.
Und das importierte Hoz aus Osteuropa, das in unseren tollen Biomassekraftwerken verfeuert wird...

Man kann auch nicht Alle verurteilen! Es gibt auch Forsten, die "gut" bewirtschaftet werden. Aber nicht genug.

Viele Grüße
Julian

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