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Sportfotografie... Ich muss noch viel üben!

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Am Samstag war ich mit meiner Frau beim Voltigieren. Sichtung für die Junioren-WM.
Natürlch nehme ich meine Kamera mit. Maike hat mich auch drum gebeten, ein paar Bilder zu machen. Hui... Vorher noch nicht wirklich schnelle Motive fotografiert... Und dann auch noch aus dem Publikum raus.
Da muss ich ja an alles mögliche denken, an dass ich vorher nie gedacht habe. Und dann auch noch im Millisekunden, oder so. Wie oft habe ich vergessen von C-AF wieder in S-AF umzuschalten. Warum sind Reithallen so dunkel. Und wenn die Sonne kurz durchs Fenster kommt wieder viel zu hell (viel zu hoher Kontrast). Hätte nicht gedacht, dass eine 1/640 meist noch viel zu langsam ist. Das Rauschen bei ISO 3200 stört mich auf einmal doch (der Strass auf den Anzügen ist dann nicht mehr wirklich zu erkennen). Das Zielen mit dem Fokuspunkt ist auch nicht immer einfach, wenn das Pferd im Kreis galoppiert. Und der elektronische Verschluss ist auch nicht so toll in der Reithalle. Wollte auf die anderen Zuschauer Rücksicht nehmen. Mach ich nächstes mal nicht mehr. Macht ja sonst auch keiner... :(

Eine "professionelle" Fotografin war natürlich auch vor Ort mit Nikon D5 und Nikkor 400 F/2.8. Hätte ich nicht schon einen Tinitus, würde ich spätestens jetzt vom Spiegelschlag einen haben...
>>>Korrektur<<< Sie hatte in der Halle ein Nikkor 200 F/2.0.

In nächster Zeit werde ich wohl öfter mal in Reithallen gehen.

Bild des Benutzers JulianS

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Hier noch ein nicht ganz so unscharfes Bild. Der Bildausschnitt ist zwar blöd, Aber hier seht ihr mal, was ich mit "schnell" meine.

Bild des Benutzers JulianS

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Die Bilder sind nicht gut, aber ich werde üben!

Bild des Benutzers thueringer77

in Reithallen zu fotografieren, ist eine "Königsdisziplin" und erfordert mehr Können. Ich kann es im Moment nicht üben. Aber vielleicht gibt es wieder Veranstaltungen im Reitverein?

Bild des Benutzers Reinhard Wagner

Und auf diesem Bild sieht man, warum. Mieser Hintergrund. Und das Licht ist sowieso ne blanke Katastrophe.

Die angesagten Objektive sind das 45 1,2, das 75 1,8 und das 35-100 F/2,0. Und heutzutage die E-M1II oder E-M1X. Und dann checken, wie die Pferde laufen. Die haben meistens ein festgelegtes Pattern, das sie ablaufen und die guten Motive sind an bestimmten Punkten. Wenn es irgend geht und das Licht es hergibt, an die kurze Seite der Halle gehen. (Längere Laufwege der Pferde, weniger Werbung im Hintergrund, Hintergrund weiter weg = unschärfer.)
Den AF-Limiter der E-M1II auf die Halle (und den Bereich des Objektivs) einstellen. Dann ist der AF deutlich entspannter.

r.w. admin.

Bild des Benutzers JulianS

Beim Voltigieren kann man sich als Zuschauer und auch als akkreditierter Fotograf wärend die Voltigierer auf dem Pferd sind nicht bewegen, weil sich das Pferd dann erschrecken könnte. Und auch sonst gibt es nicht viele Bereiche, wo man hin darf/kann. Daher ist der Hintergrund (fast) nicht beeinflussbar. Letzten Samstag hatte ich das Glück, dass ich direkt neben dem Richtertisch von "Richter A" saß, dem wichtigsten der vier Richter. Leider hat mir das nichts gebracht...
Die Pferdebewegungen sind relativ egal, da es eher wichtig ist auf die Körperspannungen der Sportler*Innen zu achten. Am besten ist es natürlich, wenn man die verschiedenen Küren schon kennt. Dann kann man sich auf Sprünge etc. besser vorbereiten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Voltigieren

Neue Kameras werde ich mit sicher nicht kaufen. vielleicht noch ein Objektiv. das 150 F/2 oder das 35-100 F/2 wären was. Ist der AF wohl an der EM1-I schnell genug?
Vielleicht will ja jemand so ein Objektiv, welches vom harten Einsatz gezeichnet ist (also mit deutlichen Gebrauchsspuren) günstig (!) verkaufen.

Bild des Benutzers Thomas N

Hallo Julian, meine FT's laufen bedeutend besser an der EM 1 Mk2. Auch die Detailzeichnung bei höheren ISO ist etwas besser und kommt, so denke ich den Top Pros weiter entgegen. Das 35-100 ist schon eine schwere Tüte für einen langen Voltigiertag
LG Thomas

Bild des Benutzers JulianS

Hallo Thomas,

Die MK2 werde ich mir sicher nicht kaufen. Die MK1 reicht mir für fast alles aus, was ich mache. Wenn ich nach dieser Saison merke, dass ich durch anderes Material deutlich bessere Bilder bekomme, werde ich drüber nachdenken. Durch die Bilder soll langfristig indirekt Geld verdient werden. Da ist dann sowieso noch einiges zu klären.
Ein gebrauchtes Top Pro wäre das Maximum, was ich bereit wäre zu kaufen. Und da bin ich auch noch hin und her gerissen. Return on investment ist hier die Kennzahl, die mich im Zusammenhang mit dem Voltigieren und anderen Sportfotos interessiert.
Am liebsten würde ich noch mal ein Top Pro ausprobieren. Hatte zwar Reinhards Top Pros mal benutzt, kann mich aber nicht mehr so sehr dran erinnern, da ich auf die „Werte“ die ich jetzt „brauche“ damals noch nicht geachtet habe. Von der Bildqualität / der Bildanmutung war ich begeistert.

Ja, schwer sind sie. Aber wenn andere Sportfotografen mit D5/1DX und lichtstarkem Tele eine Veranstaltung überleben, dann werde ich das auch mit einem Top Pro ;)

Viele Grüße
Julian (der an Himmelfahrt wieder zu einer Voltigier-Veranstaltung fährt)

Bild des Benutzers Der_wahre_Olysseus

Es soll Leute geben, die verdienen Geld mit Fotos wo die Werbung mit drauf ist, bzw. gerade weil die mit drauf ist. Ob ein Bild gut oder schlecht ist, liegt im Auge des Betrachters.

Bild des Benutzers JulianS

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Heute war ich mit Maike in Garrel (in der Nähe von Bremen) um beim Voltigierturnier des Reitvereins St. Hubertus zu fotografieren. Es klappte schon besser als beim letzten mal, aber gute Bilder, also das sie so werden wie ich sie mir vorstelle, werde ich wohl erst zum Ende der Saison machen können. Wenn überhaupt.
Es wird ja oft gesagt, dass man den Soprt, den man fotografiert, selbst verstehen oder am Besten selbst beherrschen soll. Stimmt! Gut, dass Maike viele Jahre selbst voltigiert hat und auch Trainerin war. So kann sie mir viele Sachen zeigen, auf die ich achten muss. Bspw. war ein Pferd sehr nervös. Das habe ich gar nicht bemerkt. Damit ich ausschließen konnte, dass es an mit lag, habe ich diese Kür dann nicht fotografiert. Trotz Maikes "coachings" war ich so sehr mit der Technik beschäftigt, dass ich auf die Feinheiten des Sports noch gar nicht achten konnte.
Heute habe ich versucht, immer über 1/1000 Verschlusszeit zu bleiben. Gar nicht so einfach in einer Reithalle. Und die besten Ergebnisse hatte ich auch erst bei >1/1250. Somit waren Objektive mit F/2.8 zu langsam und ich habe das Meiste mit dem 75er fotografiert. Da es keinen "Pressebereich" oder sowas gibt, ist es immer Glückssache, ob man einen guten Standpunkt zum Fotografieren bekommt. Ich wollte den stolzen Eltern, die ihre Kinder fotografieren wollten ja auch nicht die Sicht nehmen. Der Vater, der sein Telezoom mit weißer Folie beklebt hatte und dessen Ausklappblitz mit Tesa zugeklebt war, wirkte auch leicht gereizt...
Also war ich auf Grund des Standorts schon mal sehr eingeschränkt.
Und ist nur mein 75er so langsam? Oder lag es am Licht (Iso 1600 und mehr), oder an mir? C-AF ging damit nicht so gut (ob das beim FT 35-100 noch schlechter ist?).
Als wir wieder zuhause waren, habe ich mir gleich das E-M1 PDF von Reinhard genommen und das Kapitel über C-AF gelesen. Hui, da werde ich nächstes Mal noch einiges ausprobieren müssen...
Meine Einstellungen heute mit C-AF waren: Elektr. Verschluss, Serienbild H, kleines AF Einzelfeld, C-AF Sperre normal. Im PDF steht, dass man mit C-AF auch Schwenken kann. Bin ich von allein gar nicht drauf gekommen... Naja, hab C-AF ja auch erst zwei mal benutzt. Und auch mal das 9er Feld auszuprobieren ist ein guter Tipp.
Was ich sehr nervig fand: Da das Pferd im Kreis läuft, kommt es einmal auf mich zu, läuft einmal von mir weg und zwei mal parallel zum Sensor. Somit muss ich in der Runde mehrmals den AF-Modus wechseln (wenn das Motiv C-AF erfordert). Wenn ich in C-AF bleibe, bekomme ich bei den parallelen Bewegungen nur Ausschuss. Ist ja auch logisch. Im Querformat komme ich auch gut an den Schalter, nur im Hochformat nicht.

Reinhard, vielleicht fallen dir ja noch ein paar Worte zur C-AF Nutzung ein?
Ich hoffe, dass meine Geschichten aus der Reithalle auch andere Leser hier interessieren.

Viele Grüße
Julian

Bild des Benutzers Reinhard Wagner

.... war vielleicht angepisst, weil Du seine Tochter fotografiert hast? Ich weiß nicht, wie das bei Kindersportveranstaltungen ist. Da ist mir die Rechtslage absolut nicht geläufig. Ich habe ganz früher mal Kinder-Hallenfußballturniere geknipst - die entsprechenden Fotos würde ich heute nicht mehr veröffentlichen. Safety first.

Und ja, Akkreditierung ist bei Veranstaltungen alles. Und keine Angst haben, die meisten Akkreditierten fotografieren auch nur Grütze. Presseleute brauchen ja auch nur ein einziges, halbwegs druckbares Bild. Wenn ich Westernreiten fotografiert habe, dann hat die Redaktion nie die spektakulären, und schwierigen Reining-Bilder genommen, sondern immer die, auf denen die Reiter irgendwelchen Kälbern hinterher sind.

Wegen der Position: Das Geheimnis ist, dass Du Dir vorher überlegst, was Du für ein Bild haben willst. Und Dich genau da drauf konzentrierst. Du weißt, dass eine bestimmte Figur an einer bestimmten Stelle der Bahn geturnt wird. Und die willst Du haben. Du stellst Dich genau dort auf, wo Du den besten Hintergrund und die beste Perspektive hast. Und stellst die Kamera genau so ein, dass Du an diesem Punkt Dein Bild hast. Und wenn die Turnerin woanders auf einmal die fette Schau abzieht, schön für sie. Man kann ja mal drauf halten, aber das Bild wird sowieso nicht wirklich gut, weil der Hintergrund nicht passt. Es wird bestenfalls scharf, aber das war's dann auch schon. Und mit der ganzen Umstellerei versiebt man häufig genau das Bild, hinter dem man her ist.

Und was mir bei Boogie-Woogie-Tänzern passiert ist: Ich war so geil auf irgendwelche Sprungfiguren, dass ich nicht realisiert habe, dass die oft gar nicht wirklich gut aussehen. Gerade Salti sehen meistens schlecht aus. Die müssen entweder komplett gestreckt oder komplett geschlossen sein. Und damit das gut aussieht, brauchst Du eine Verbindung zwischen Pferd und dem Turner in der Luft. Das kannst Du über eine gemeinsame Schärfeebene machen. Aber dazu brauchst Du eine ewig lange Halle, damit Du das mit dem 150er f/2 machen kannst. Profifotografen machen solche Fotos nicht in der Wettbewerbssituation, sondern im Rahmen eines Shoots. Und diese Ergebnisse hat man dann natürlich im Hinterkopf.

Wegen des C-AF und des 75er. Das ist eigentlich schnell genug. Du musst beim Pferd auf die Brust zielen, das ist der einzige Punkt, der sich halbwegs kontinuierlich bewegt. Gerade beim Einzelfeld. 9er-Feld mal testen. Und der Kamera immer erst eine Viertelsekunde geben, dass sie sich auf das Motiv einpegeln kann. Erst dann ganz durchdrücken. Ist Nervensache. Und eben wieder das Problem mit der richtigen Position und dem Warten auf das richtige Bild.

r.w. admin.

Bild des Benutzers JulianS

.... war vielleicht angepisst, weil Du seine Tochter fotografiert hast? Ich weiß nicht, wie das bei Kindersportveranstaltungen ist.

Das war eine andere andere Situation, als die auf dem Bild. Auf dem Bild ist Leistungssport zu sehen, kein Breitensport, welcher auch auf dem Turnier zu sehen war (und wo der besagte Vater hingehörte). Ich denke, dass Leistungssportler und deren Eltern da entspannter sind. In den Teams, die in den hohen Klassen starten ist meistens ein kleineres Kind, der/die "Flieger*in", welches oben rumgewirbelt wird. Die anderen können auch deutlich älter sein (allein schon dafür, um höhere Wertnoten zu bekommen, weil Größere ja auch behr Kraft haben).

Die Position:
Ja, da muss ich noch erfahrener werden. Allerdings sind die Möglichkeiten sehr begrenzt. Da muss ich langfristig Beziehungen zu den Veranstaltern aufbauen, sollte ich mich dafür entscheiden mehr Voltigierveranstaltungen zu fotografieren.

Veranstaltung oder shoot:
Für meine Frau sind Veranstaltungsbilder wichtig. Daher werde ich mich auch darauf ausrichten. Meine größte Schwierigkeit ist noch, dass ich nie selber voltigiert habe. Es entscheidet teilweise die Fußstellung, ob ein Bild gut ist oder nicht. Die besten Volti-Fotografen sind entweder ehemalige Voltigierer*innen oder noch aktive. Zum Beispiel Daniel Kaiser http://kaiser-impressions.com/voltigieren/

Mit dem Autofokus muss ich einfach üben.

Bild des Benutzers Reinhard Wagner

wenn die Technik überlegen ist. Der fotografiert bei Weltklasse-Veranstaltungen in großen, gut beleuchteten Hallen, kommt weit genug runter, so dass er von unten hoch fotografieren kann und arbeitet mit Kleinbild und den ganz großen Tüten und wahrscheinlich hohen ISO-Werten. Und er bastelt noch gewaltig an den Bildern nach.

Das Ergebnis ist einfach eine andere Liga, als das, was man als Amateur abliefern kann.

Allerdings würde mich bei dem trotzdem interessieren, mit wie viel Bildern er nach Hause kommt.... ;-)

r.w. admin.

Bild des Benutzers JulianS

Vorletztes Jahr (?) habe ich ihn auf der DM in Alsfeld getroffen. Da saß er auf seiner Nikon D5 mit irgendeinem Riesentele. Ja, er saß drauf.
Sportfotografie ist im hohen Niveau eine Materialschlacht. Das muss man dann auch erstmal wieder reinbekommen...

Ich hatte letzten Samstag 2500 Bilder.

Bild des Benutzers JulianS

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Und auch letzten Samstag war ich wieder unterwegs. Dieses Mal im Landgestüt Redefin, wo die Landesmeisterschaft MV stattfand.
Die Halle war der Hammer! Keine Werbung an den Wänden und, wenn man das Licht angemacht hätte, super hell. Leider war das Licht nicht an. Oder doch gut, weil man für einen Fotografen ja auch nicht Strom durch ca. 200 Leuchtstoffröhren jagen muss! So konnte ich gegen 11:00 Uhr, wenn keine Wolke über der Sonne war, mit Blende 2, 1/1000 und ISO 1600 fotografieren. bei den letzten Startern um 18:00 war ich dann schon bei ISO 6400 und 1/400.
Leider hatte ich auch dieses Mal keinen guten Platz. Es gab nur eine Tribüne und daher nur Bilder von Oben.
Mein Ausschuss wird weniger. In nächster Zeit muss ich wohl ein wenig selbstbewusster werden und die Veranstalter nach guten Plätzen fragen (die es in Redefin gegeben hätte, nur leider im abgesperrten Bereich).

Bild des Benutzers JulianS

Bild: 

... welches aus einer tieferen Perspektive sicher besser geworden wäre.

(Bitte auf die Bilder klicken, um sie anzuschauen. Dann sind sie nicht so unscharf.)

Bild des Benutzers JulianS

Auch diesen Samstag war ich wieder beim Voltigieren. Dort ist mir etwas aufgefallen, was ich hier gerne einmal schreiben möchte.
Mir ist ein Fotograf aufgefallen, der zu niemandem dazugehörte und sich nicht (also gar nicht!) mit dem Sport auskannte. Der hat mit seinem hektischen getüddel den Turnierbetrieb gestört. Sehr gestört! Dann ist ihm scheinbar auch schnell langweilig geworden und er ist (zum Glück) wieder gegangen. Allerdings wärend Sportler*innen bei einer Prüfung auf dem Pferd waren. DAS DARF MAN BEIM VOLTIGIEREN NICHT! Das Pferd könnte davon abgelenkt werden oder sich erschrecken. Die Zuschauer müssen sich wärend der Prüfungen ruhig verhalten, dürfen nicht hektisch rumhampeln, nicht aufstenen etc. Falls ich also jemanden von Euch ermutigt habe auch einmal zu einer Voltigierveranstaltung zu gehen, lasst die Kamera erstmal in der Tasche und schaut, was die anderen Sportler/Zuschauer machen.
Ich denke, das das auch für andere Sportarten zutrifft.

In den nächsten Wochenenden werde ich weiter Volti fotografieren. Quasi nichts anderes mehr...

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